Wir sind jung und brauchen die Welt

News von der Klimabewegung

Archive for June, 2012

Weltretter 3.0 – heute im ZDF

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Ist es der Film zum Buch oder die Fortsetzung als Film? Egal, Hauptsache “Weltretter 3.0″ ist endlich fertig und läuft heute nacht im ZDF. Jana Lemme hat für PlanetE fünf Aktivisten der Generation Facebook in drei Ländern ein halbes Jahr begleitet, pünktlich zum Rio+20-Gipfel geht die Dokumentation auf Sendung. Jana ist eine großartige, erfahrene Filmautorin, ich habe meine Kontakte und mein Wissen über die jungen Klimakämpfer eingebracht, und gemeinsam erzählen wir die Geschichten von den deutschen Aktivisten, die die 3. Landebahn in München verhindern (Und gerade am Sonntag beim Bürgerentscheid das 1,2 Milliarden-Projekt abgewählt haben!!), den Tagebau im Hambacher Forst bei Köln stoppen, dazu zeigen wir die Londoner Heldin Tamsin Omond, und die Permacyclists Anna und Dave, die mit dem Bus von New York zum Gipfel nach Rio gefahren sind. Der Film ist für eine ZDF-Doku revolutionär geschnitten und erzählt: Mit Facebook/Youtube-Sequenzen so wie beim Spielfilm Pixelschatten.

Sendetermine:

Heute nacht um 0.45 Uhr

Sonntag um 13.25 Uhr

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June 20th, 2012 at 7:56 pm

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München entscheidet: Koa Dritte

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München ist das Stuttgart 21 des Klimawandels: Die Stadt, die ein 1,2 Milliarden Euro Großprojekt stoppt – weil es nicht zu Klimaschutz, Naturschutz im Erdinger Moos und zu einer Stadt passt, die sich mehr um steigende Mieten sorgt als um das Rattenrennen unter dem Titel “Wettbewerbsfähigkeit”. Heute haben die Münchener im Bürgerentscheid abgestimmt und mit 55 Prozent die dritte Startbahn des Flughafen München abgelehnt. Das ist keine kleine Sensation und zeigt, dass den Bürgern längst klar, dass Klimaschutz an der eigenen Haustür beginnt.

Mit einem Millionenbudget war die PR-Agentur der Startbahn-Unterstützer ausgestattet, die Gegner hatten rund 70.000 Euro und viele Ehrenamtliche.Eins ist klar, die Aktionen von “Plane Stupid Germany” dürften zu dem Erfolg beigetragen haben. Schwer vorzustellen, dass dies die letzte Aktion bleiben dürfte – schließlich hat der Protest gegen Fluglärm in Berlin und Frankfurt gerade erst begonnen.

Das Ergebnis

54,7 Prozent gegen den Ausbau, 45,7 dafür, 32,8 Prozent Wahlbeteiligung, eine normale Größenordnung bei einem Bürgerentscheid

Links:

Süddeutsche: ” Unerwartet deutliches Votum gegen den Flughafenausbau” und

Spiegel Online zitiert den Oberbürgermeister:

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) gratulierte den Startbahngegnern, die mit ihren Protesten gegen das Projekt einen großen Teil der Münchner Bevölkerung angesprochen hätten. “Es ist für die Ausbaufreunde bei Stadt, Land und Bund ein Rückschlag, daran gibt es nichts zu deuteln”, sagte Ude. Er kündigte an, das eindeutige Ergebnis “ohne Wenn und Aber zu akzeptieren”.

Im Liveblog der Süddeutschen kann man den Wahltag nachlesen

Kommentar der SZ gibt eine ganz gute Idee, warum sowohl CSU als auch SPD-Anhänger mit dem Startbahnprojekt nicht glücklich sind – anders als ihre Parteivorsitzenden.

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June 17th, 2012 at 11:46 pm

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Mal eben die Welt retten – ist das nicht der Gipfel?

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Nächste Woche findet in Rio der große UN-Umweltgipfel statt, 20 Jahre nach dem legendären Earth Summit 1992 in Rio de Janeiro. Heute abend um 20.15 Uhr diskutiere ich mit dem Staatssekretär im Entwicklungshilfeministerium, Hans-Jürgen, Beerfeltz, (FDP), und Bärbel Höhn, der stellvertrenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen, bei ZDF Login:

Klima? Find ich gut. Finden auch alle, die nach Rio reisen. Rio+20 heißt das diplomatische Mega-Event – 20 Jahre, in denen nichts passiert ist. Zumindest nichts, was die Welt retten könnte. Warnen jedenfalls renommierte Wissenschaftler. Die Erde wird uns um die Ohren fliegen. Gefragt sind Weltenretter von Format. Doch selbst unsere Klimakanzlerin Merkel winkt ab. Warum hinfahren, wenn doch nichts erreicht wird? Ist der Traum von der Green Economy schon vorbei? Oder können wir uns doch noch selbst retten?

Fragen vorher und während der Sendung per Twitter mit dem Hashtag #ZDFlogin oder auf Facebook.

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June 13th, 2012 at 9:01 am

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Elinor Ostrom, 1933 – 2012

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Elinor Ostrom, die erste Frau, die den Nobelpreis für Wirtschaft erhielt, ist gestern mit 78 Jahren gestorben. In ihrem letzen Text schrieb sie ihre Hoffnung und Erwartungen für den Rio+20-Gipfel auf – warum Umweltschützer nicht auf ein einziges weltweites Abkommen setzen sollten, sondern auf viele kleine:

Stillstand in Rio wäre eine Katastrophe, aber ein einziges internationales Abkommen wäre ein schwerer Fehler. Wir können uns nicht auf einzelne weltweite Politikanstrengungen verlassen, um das Problem zu lösen, wie wir unsere gemeinsamen Ressourcen managen: die Ozeane, die Atmosphäre, Wälder, Flüsse und den Artenreichtum, die die richtigen Bedingungen schaffen, damit das Leben, inklusive sieben Milliarden Menschen,floriert.

Wir mussten noch nie mit Problemen in der Größe fertig werden, wie heute in unserer weltweit verbundenen Gesellschaft. Niemand weiß sicher, was funktionieren wird, deswegen ist es wichtig, ein System zu bauen, das sich entwickeln kann und schnell adaptieren.

Jahrzehnte von Forschung zeigen das eine Vielzahl von Abkommen und politischen Initiativen von Städten, Regionen, Nationen und internationalen Abkommen mit höherer Wahrscheinlichkeit funktionieren, als einzelne breite Verträge. Solch eine evolutionäre Herangehensweise  bietet essentielle Sicherheit wenn eine oder mehrere Strategien scheitern.

Ostroms ganzer Text ist hier. Ich bin immer wieder beeindruckt von der Klarheit, mit der Ostrom einerseits die Anstrengungen der Umweltaktivisten auf ein wissenschaftliches Fundament stellt und andererseits mit der naiven Hoffnung auf ein einziges Umweltabkommen, das die Probleme der Welt löst, aufräumt. Dabei lässt sie auch genug Raum für das Streben nach materieller Sicherheit, das hinter vielen ökologischen Konflikten steht, egal ob in Europa oder woanders.

Die Meldung der Klimaretter

Im Juni 2010 habe ich Elinor Ostrom in Schweden interviewt, sie sprach damals von “Ja wir müssen” statt “Yes we can” und erzählte von ihrer Arbeit als Aktivistin in Bloomington, Indiana, die für mehr Fahrradwege kämpfte und Bäume pflanzte. Das ganze Interview bei den Klimarettern

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June 13th, 2012 at 8:03 am

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Plane Stupid, jetzt auch in Deutschland

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Plane Stupid sind in Großbritannien legendär, die Aktivistengruppe ist auf das Dach des Parlaments in London geklettert, hat diverse Landebahnen blockiert und war mit ihrem humorvollen gewaltfreien zivilen Ungehorsam entscheidend, dass nicht nur die dritte Landebahn in Heathrow verhindert wurde, sondern auch generell keine weitere Expansion von Flughäfen auf der Insel geplant wird.

Seit Mittwoch existieren Plane Stupid auch in Deutschland, in München haben sie ihren ersten “Banner-Drop” vollzogen – vom Turm des Münchner Rathauses, zur vollen Stunde. Als ich im März zur Lesung in München war, waren die britischen Aktivisten Tamsin Omond, Dan Glass und John Stewart ebenfalls dort und gaben ihre Erfahrungen weiter. Die Münchner und Attachinger um Florian Sperk haben aufmerksam zugehört und ihren eigenen, bayrischen Protest-Stil gefunden – wie man an dem Banner “Koa Dritte” sieht, das die “Koa Neuer”-Banner der Bayern-Ultras zitiert.

Meine Prognose: Der Kampf gegen die dritte Landebahn in München wird das Stuttgart 21 des Klimawandels. – also genau der Konflikt, der den Protest auf die bundesweite Bühne hebt. Schließlich ist nicht nur das Land Bayern sondern auch der Bund an dem Milliarden-Projekt beteiligt. Man kann lange darüber diskutieren, wie Klimaschutz geht und wie Postwachstumspolitik aussieht – also eine Politik, die nicht mehr auf ewiges Wirtschaftswachstum setzt. Aber eigentlich hat beides in diesem Fall eine sehr einfache Antwort: Die dritte Landebahn nicht bauen. Die bisherigen zwei Bahnen sind längst nicht ausgelastet, die Wachstumsprognosen des Flughafens nicht erfüllt, wenn es ein schönes Beispiel für den “Fetisch Wachstum” und fragwürdige Großprojekte gibt, dann die dritte Landebahn.

Links:

Die Webseite von Dritte Startbahn stoppen

Die Berichte der

Süddeutschen

AZ
Der TZ
Der Welt

Bericht vom Austausch der deutschen und britischen Aktivisten

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June 1st, 2012 at 8:52 am

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